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Dezember – die Zeit für den ganz besonderen Jahresrückblick

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind - und genauso sicher wie dass schüchterne Kinder beim Krippenspiel an Heiligabend in die Rollen von Maria, Josef oder den Heiligen Drei Königen schlüpfen, sind die allseits beliebten Jahresrückblicke auf jeglichen Fernsehsendern dieses Landes.

Günther Jauch zeigt uns „Menschen, Bilder und  Emotionen“, die „Ultimative Chartshow“ spielt uns nochmal alle längst verdrängten Ohrwürmer dieses Jahres und „Mister Ex-Wetten dass…“ Markus Lanz belässt es einfach bei „Menschen 2014“.
Wer das verpasst oder beispielsweise das ganze Jahr zufällig auch wie Alexander Gerst im All verbracht hat, der braucht sich nicht zu ärgern. Es gibt ja immer noch den „ARD-Jahresrückblick“, die „25 stärksten Fernsehmomenten“ mit Sonja Zietlow (falls sie den Weg dank Dr. Bob aus dem Dschungel zurück gefunden hat) oder dem Best Of Dauerwerbesendungen bei „Das Beste aus TV Total“. Wer dann immer noch nichts zum Lachen hat, für den präsentieren Dieter Nuhr, die heute-Show, Oliver Kalkofe, Django Asül, Urban Priol oder das ZDF mit dem „Satirischen Jahresrückblick“ lustige Geschichten aus dem vergangenen Jahr. Bei Galileo werden die „Big Pictures“ gezeigt, RTL lässt am letzten Tag noch einmal die „Knaller des Jahres“ raus und auch unsere liebsten Haustiere kommen bei „Martin Rütters tierischen Jahresrückblick“ auf ihre Kosten.
Den ultimative Test, ob man auch wirklich aufgepasst hat, gibt es dann bei „2014 – Das Quiz“.

Spätestens dann sollte man doch eigentlich wissen, ob es ein gutes oder ein eher mittelmäßiges Jahr, oder? Ach ja, nein, da fehlt ja noch der persönliche Rückblick und der Vergleich mit den anfangs des Jahres unter starkem Sekteinfluss getätigten guten Vorsätzen.

Was habe ich in diesem Jahr erreicht? Habe ich es endlich geschafft die süße Bäckereifachverkäuferin des Ladens um die Ecke endlich zwischen  der Bestellung von fünf Körnerbrötchen (man möchte ja auf sein gesundes Leben hinweisen) und einem Schokobrötchen anzusprechen und ein Date auszumachen? Hab ich jetzt endlich die Kohle mir ein neues Smartphone zu kaufen? Habe ich mich genug um meine Familie und Freunde gekümmert? Und hab ich überhaupt dieses Jahr an der Ice Bucked Challenge teilgenommen oder interessiert sich scheinbar keiner für mich, um mich zu nominieren? Naja was soll’s, im Winter kommt das Eis von allein und spenden kann man ja trotzdem.

Und genau diese Fragen, die sich jeder selbst stellt, stellen sich auch dutzende von Unternehmen. „Was habe ich erreicht?“ ist der Blick in die Umsätze, Aufträge und Gewinne in diesem Jahr. Hier ist die süße Bäckereifachverkäuferin vielleicht ein potenzieller Geschäftspartner, den man schon seit langem umgarnt. Das Smartphone könnte eine schon immer vorgenommene Investition sein, die Familie und Freunde sind die Mitarbeiter und Geschäftspartner. Die Ice Bucked Challenge bezieht sich auf die Frage, ob man als Unternehmen auch alle möglichen ökologischen Möglichkeiten ausgeschöpft bzw. genug soziales Engagement gezeigt hat (warum konnte man eigentlich keine Unternehmen nominieren und den Wetteinsatz erhöhen?).

Man merkt, dass eine Jahresbilanz eines Unternehmens genauso vielschichtig ist wie die zahlreichen TV-Rückblicke oder der persönliche Eindruck eines Jahres. Was nützt einem der größte Gewinn wenn die wichtigsten und besten Mitarbeiter aus Unzufriedenheit und Überarbeitung die Firma verlassen haben? Wie viel wert sind steigende Umsätze, wenn man dadurch die Umwelt immer mehr belastet? Was nützen einem neue Geschäftskunden und -partner wenn man dadurch die alten verloren hat?

Jedes Unternehmensfazit eines Jahres ist genauso unterschiedlich wie die jedes einzelnen Individuums und beinhaltet zahlreiche Faktoren. Und vielleicht benötigt man deshalb so viele verschiedene Rückblicke, um sich ein wirkliches Bild über das Jahr zu machen und auch die Kleinigkeiten zu berücksichtigen und sie schätzen zu lernen. Das bedeutet sich sowohl über die lustigen Geschehnisse zu amüsieren, sich besondere Bilder des Jahres im Kopf aufzurufen und mit Emotionen zu verbinden, als auch sich an die verschiedenen Menschen erinnern, die einen im vergangenen Jahr geprägt haben.

Ich wünsche jedem von euch Lesern (auch wenn es nur so viele Personen sein sollten, die mich zur Ice Bucked Challenge nominiert haben), dass er ein positives Fazit für sich im Jahr 2014 ziehen und zu sich "Läuft bei dir" sagen kann.

Wie für natürliche Personen als auch für Unternehmen gilt, das Positive aus den letzten 365 Tagen (Achtung: 2015 sind es nur 364 Tage, also weniger Zeit seine Ziele zu erreichen^^) mit in die Zukunft zu nehmen und diese Eindrücke für sich zu verwerten und zu nutzen.

Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich noch einmal alle Verschwörungstheoretiker bekräftigen, die alle Geschehnisse des Jahres vorhergesagt haben – denn nichts ist leichter als das.
Die Antwort erhalten wir beim Blick mit einem ganz einfachen Reimschema.
Was konnten wir 2014 sehen?

Unsere Jungs im Finale von Rio stehen,
wie die Argentinier gehen,
wie sich die Zuschauer von „Wetten dass…?“ abdrehen,
Burger King die Filialen ausgehen,
die EU den Russen den Geldhahn zudrehen,
Uli Hoeneß muss seinen Steuerbetrug vor Gericht gestehen,
die Deutschen zu Conchita Wurst den Fernseher laut aufdrehen,
wir im Sommer zu Musik von Mr. Probs, David Guetta oder Robin Schulz mitgehen…

Im neuen Jahr werden wir wieder andere Geschichten als Schlagzeilen lesen, aber eins könnt ihr euch sicher sein - auch 2015 wird es wieder einiges zu bilanzieren geben, auch da werden gegen Ende des Jahres die Krippenspiele die deutschen Kirchen sozusagen überspülen und kaum ein Tag im Dezember wird vergehen, ohne dass ein Jahresrückblick im TV erscheint - “Wetten dass…?“

„Ein hoch auf uns, auf unser Leben“ (wir bleiben übrigens bis 2018 offiziell „Weltmeister“)

Eine schöne, besinnliche Adventszeit und erholsame Feiertage wünscht euch

Euer W. Elco Meyer


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